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2 Tunnel (743 Meter): Mackenheim Wald-Michelbach
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Westportal, vom Bahnhof Weiher (Mai 2004) (Foto: Andreas Geib) |
Teil der Strecke soll reaktiviert werden |
Ostportal, vom Bahnhof Kreidach (Mai 2004) (Foto: Andreas Geib) |
Wald-Michelbacher Tunnel [HP] (HE)
Wird auch Kreidacher Tunnel genannt
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Westportal, vom Bahnhof Kreidach (April 2004) (Foto: Andreas Geib) |
Teil der Strecke soll reaktiviert werden |
Nordostportal, vom Bahnhof Wald-Michelbach (Um 1901) (Unbekannter Fotograf, Sammlung Peter Reidel, gemeinfrei) |
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Wissenswertes zum Bau der Strecke Bereits 1861 gab es Ideen über den Bau der Odenwaldbahn. Diese führt heute noch von Darmstadt zum Neckar über Höchst, Michelstadt, Erbach nach Eberbach. Da diese Trasse den Überwald völlig außen vor ließ, machte sich der damalige Bürgermeister von Wald-Michelbach stark für eine Anbindung über das Ulfenbachtal. Dabei sollte die Streckenführung der heutigen Odenwaldbahn so verändert werden, dass sie über Grasellenbach, Affolterbach, Wald-Michelbach nach Hirschhorn zur bestehenden Neckarbahn verlaufen. Diese Idee wurde jedoch abgelehnt. 1880 kam wiederum durch einen Wald-Michelbacher Bürgermeister erneut Bewegung ins Spiel. Diesmal als Idee von Hirschhorn über Wald-Michelbach nach Weinheim zu bauen oder aber über Lörzenbach nach Heppenheim oder doch über Wahlen an die Odenwaldbahn. Und dennoch gingen weitere Jahre ins Land mit weiteren Vorschlägen, bis man auch im hessischen Landtag erkannte, wie wichtig Wald-Michelbach wegen seiner Naturressourcen geworden ist. Also gab es 1890 einen weiteren Antrag zum Bau einer Eisenbahn. Diese sollte nun von Wald-Michelbach über Affolterbach, Wahlen, Hammelbach, Weschnitz nach Fürth mit Anschluss an die ebenfalls geplante heutige Weschnitztalbahn führen. Außerdem gab es wieder die Variante von Hirschhorn her zu bauen mit einer Fortsetzung bis Wahlen. Der kürzeste Anschluss aber wäre eine Bahn von der Weschnitztalbahn ab Mörlenbach über Weiher und Kreidach nach Wald-Michelbach. Am 20. März 1895 kam es dann zur endgültigen Entscheidung. Die Überwaldbahn wird gebaut von Mörlenbach über Wald-Michelbach nach Wahlen. Für den Bau wurden 2.600.000 Mark bewilligt. Am 30. August 1897 treffen die ersten Bahnbaubeamten in Wald-Michelbach ein und am 16. September öffnet das Eisenbahnbüro. Der Rest des Jahres wurde damit zugebracht, Vermessungen vorzunehmen und Aufträge an Baufirmen zu verteilen. Am 4. Januar beginnt dann offiziell der Bau durch den berühmten ersten Spatenstich durch den Wald-Michelbacher Mühlenbesitzer Johann G. Johann. Während des Baus waren viele italienische Bauarbeiter angeheuert worden. Im April begannen die Bauarbeiten an den Viadukten auf der Strecke Mörlenbach - Kreidach. Im Juli 1898 beginnen die Bauarbeiten am Wald-Michelbacher Tunnel. Im Oktober 1898 streiken die Tunnelmaurer und reisen ab. Im Januar 1899 gelingt der Durchbruch am Mackenheimer Tunnel. Im April 1899 kommt es zu diversen Zwangsenteignungen, da einige Privatleute Teile ihres Geländes nicht für den Bahnbau hergeben wollten. Am 19. August 1899 fand im Wald-Michelbacher Tunnel der Durchschlag statt. Der Bau selbst wurde stets durch eindringendes Wasser erschwert. Im November 1899 ist das Kreidacher Viadukt fertig, während es am Vöckelsbacher Viadukt kräftig voran geht. Das Mackenheimer Viadukt steht ebenfalls kurz vor der Vollendung. Im April 1900 wird der Wald-Michelbacher Tunnel fertig. Am 4. Oktober 1900 war dann die Strecke an sich soweit fertig. Eine interessante Strecke mit Kunstbauten, Tunneln und einer enormen Steigung vor und hinter Kreidach. Dem Fahrgast erwarten viele eindrucksvolle Ausblicke aus der Bahn. Der erste inoffizielle Zug traf am 4. Dezember 1900 in den Bahnhöfen der Überwaldbahn ein. Es dauerte jedoch noch bis zum 25. Februar 1901 bis die Bahnstrecke abgenommen wurde. Die Eröffnung der Strecke fand am 28. Februar 1901 statt. Natürlich mit einer gewaltigen Einweihungsfeier, denn dieser Tag stellte für diese Region eine bedeutsame Wende dar.
Auch die Überwaldbahn hatte unter den Folgen des Weltkrieges zu leiden. Deutlich sichtbar ist das noch heute am Nordostportal des Wald-Michelbacher Tunnels. Dort hat es 29. April 1945 einen Unfall mit einem Munitionszug der Deutschen Wehrmacht gegeben. Die Explosion zerstörte das Tunnelportal und Teile der Tunnelwand. Der Tunnel selbst blieb 3 Jahre lang unpassierbar und konnte nur unter großen Gefahren für die Bauarbeiter wieder in Ordnung gebracht werden. Erst am 2. August 1948 war der Tunnel wieder befahrbar. Das Portal wurde lediglich gesichert und nicht wieder aufgebaut. Nur kurze Zeit nach der Tunnelreparatur gab es das nächste Unglück. Diesmal ein Rangierunglück. Im Bahnhof Kreidach machte sich mehrere Güterwagen mit Sand beladen selbständig und rollten in Richtung Wald-Michelbach. Da die Strecke permanent bergab verläuft, bekamen die Waggons schnell ordentlich Tempo. Auch hier verhinderte ein glücklicher Zufall wieder Schlimmeres. In Wald-Michelbach waren wegen Rangierarbeiten die Weichen auf ein Nebengleis gestellt, welches im Lokschuppen endete. Zuvor konnten die Bahnbediensteten in Kreidach ihre Kollegen in Wald-Michelbach vor der rollenden Katastrophe warnen, so dass sich alle Menschen in Sicherheit bringen konnten. Der anrollende Wagenpark rammte die Rangierlok in Wald-Michelbach und schob diese in den Lokschuppen. Lokschuppen und der dazugehörige Wasserturm wurden dabei fast völlig zerstört. Gleiches galt logischerweise für Lok und Waggons. Der Lokschuppen wurde nicht mehr aufgebaut und es dauerte Wochen, bis alle Spuren der Katastrophe beseitigt waren. Schöner, noch etwas abseits gelegener Bahntrassenweg im oberen Ulfenbachtal, der bald leicht über eine reaktivierte Bahnverbindung Mörlenbach - Wald-Michelbach zu erreichen sein könnte. |
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| Quelle des Textes (mit Ausnahme des letzten Absatzes): Sascha Jokiel, Überwaldbahn |
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