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Tunnelportale


Bilder der Strecke: 6200 (KBS 227, 248 / KBS 221, 312)

1 Tunnel (117 Meter)Kamenz 

Kamenz/Sachsen - Arnsdorf/Dresden (- Dürrröhrsdorf - Pirna)

Kamenzer Tunnel  [KM]  (SN)
Wird auch Kamenzer Stadttunnel genannt

Nordportal des Kamenzer Tunnels (Foto: Karlheinz Dörner)

Länge:
116,7 Meter

Streckenteil:
Kamenz/Sachsen - Arnsdorf/Dresden

Lfd-Nr, Direktion:
1003, Cot-001

Seite/Quadrant:
58 C Nicht eingezeichnet
60 C3

bei km:
0,9

Südportal des Kamenzer Tunnels (Foto: Karlheinz Dörner)
Nordportal, vom Bahnhof Kamenz (November 2006)
(Foto: Karlheinz Dörner)
  Südportal, vom Bhf. Bischheim-Gersdorf (November 2006)
(Foto: Karlheinz Dörner)

Geschichte:

Strecke Kamenz - Arnsdorf - Pirna
(Text von Karlheinz Dörner, Bilder fotografiert von Volkmar Döring im Mai 2007, ein Klick ins Bild öffnet ein größeres Bild)

Desiro-Doppelpack 642 160 und 642 147 als RB 17413 von Dresden kommend am Beginn der Stützmauer, die am Südportal des Kamenzer Tunnels endet (Foto: Volkmar Döring)  
Desiro-Doppelpack 642 160 und 642 147 als RB 17413
von Dresden kommend am Beginn der Stützmauer,
die am Südportal des Kamenzer Tunnel endet
 
Mit dem Anwachsen des deutschen Eisenbahnnetzes im 19. Jahrhundert entstand auch im Raum Kamenz der Wunsch nach einem Bahnanschluß. Bereits ab 1846 führte durch die Oberlausitz die Privatbahn von Dresden über Bautzen nach Görlitz. Wer von Kamenz aus nach Dresden fahren wollte, musste mit der zweimal täglich verkehrenden Postkutsche von Kamenz nach Radeberg fahren, in Richtung Görlitz nahm man die Postkutsche nach Bischofswerda oder Bautzen. Zudem klagte die Industrie über die hohen Transportkosten aufgrund der unzulänglichen Verkehrsmittel. Ende der 1850er Jahre bildet sich im Raum Kamenz aus Privatleuten ein Komitee, um den Bau einer Eisenbahn von Radeberg über Großröhrsdorf, Pulsnitz, Gersdorf. Kamenz und weiter über Lieske-Weißig nach Guben durchzusetzen, doch scheiterte es an den unüberwindbaren Hindernissen. Aus privaten Quellen kam das nötige Geld nicht zusammen, Aktienzeichnungen waren nicht in Sicht und auch anderweitig konnte das Geld nicht aufgetrieben werden, so stellte das Komitee 1863 seine Arbeit ein. In der Folgezeit ließen die Bemühungen der Städte und umliegenden Gemeinden nicht nach. Der Einsatz blieb jedoch ohne Erfolg. Wie in den Jahren zuvor scheiterte es an der Bereitstellung der notwendigen finanziellen Mitteln.

1867 reichten nochmals Industrielle und Gewerbetreibende Petitionen beim Landtag ein. Dieser nahm sich nun der Angelegenheit an und genehmigte schließlich im August 1868 den Bau der Strecke aus Staatsmitteln. Für den Bau der Eisenbahn von Kamenz nach Radeberg wurden Kosten von 1,84 Mio Taler veranschlagt.

Die sogleich nach der Genehmigung eingeleiteten Vorarbeiten gingen jedoch nicht so zügig wie geplant voran. Einige Großgrundbesitzer lehnten die vorgesehene Trassenführung durch ihr Gebiet grundsätzlich ab. Es musste neu verhandelt und vermessen werden. Nach Abschluß aller Vorbereitungen begann der Bahnbau am 30. März 1869 bei Kleinwolmsdorf nahe der Einmündung in die Hauptbahn von Dresden nach Görlitz.

  Desiro-Doppelpack 642 160 und 642 147 als RB 17413 von Dresden kommend bei Einfahrt ins Südportal des Kamenzer Tunnels (Foto: Volkmar Döring)
  Desiro-Doppelpack 642 160 und 642 147 als RB 17413
von Dresden kommend bei Einfahrt ins Südportal
Bereits zum Jahresende 1870 war über die Hälfte der Strecke fertig und im April 1871 konnte der Abschnitt bis Bischheim-Gersdorf befahren werden. Nach Fertigstellung des dortigen Viadukts am 26. Mai 1871 gelangte der Bauzug bis zur Tunnelbaustelle in Kamenz. Die Eröffnung der 25 km langen Bahnstrecke wurde auf den 1. Oktober 1871 festgelegt. 1874 erhielt sie Anschluß in nördlicher Richtung über Strassgräbchen bis Senftenberg.

Nach dem Bau der Strecke von Arnsdorf nach Pirna mit der Anbindung an die Strecke nach Kamenz nahm der Güterverkehr erheblich zu. Böhmische Kohle gelangte nun auf kurzem Wege nach Hoyerswerda, Senftenberg und Lübbenau. Um die Jahrhundertwende wurde der Abschnitt von Arnsdorf nach Pulsnitz sogar zweigleisig ausgebaut und 1946/47 als Reparationszahlung wieder demontiert. Der Bahnhof Kamenz wird Grenzstation zwischen den sächsischen und preußischen Länderbahnen.

Viele Betriebe an der Strecke erhalten einen Gleisanschluß, manche besitzen dafür sogar eigene Lokomotiven oder eine Feldbahn. Eine Pulsnitzer Erfindung ist der Culemeyer-Verkehr, wodurch Güterwagen auf der Straße zu Betrieben ohne Gleisanschluß überführt werden können. Im örtlichen wie überregionalen Güterverkehr war Kamenz ein wichtiger Bahnhof im ostsächsischen Eisenbahnnetz. 1937 wird aus der dem Bahnbetriebswerk Bautzen unterstellten Lokstation in Kamenz ein eigenes Bahnbetriebswerk, das vielerlei Loktypen unterhielt.

Am 16. Juni 1971 fuhr zwischen Kamenz und Arnsdorf der erste mit Diesellok bespannte Personenzug. Erst am 23./24. Mai 1987 fand hier mit der 52 8009 die Verabschiedung des Dampfbetriebs im planmäßigen Einsatz statt. Seit 1998 gibt es jedoch nur noch zwischen Kamenz und Arnsdorf Personenverkehr.

Reinen Nebenbahncharakter hatte hingegen die 1890 gebaute Strecke nach Elstra, die 1902 bis Bischofswerda verlängert wurde. Für die örtliche Bevölkerung und einige Betriebe war sie durchaus bedeutsam, doch das reichte nicht aus, um sie dauerhaft am Leben zu erhalten. Bereits 1968 fuhr hier der letzte Reisezug und seit 1996 ruht der Betrieb völlig. Der einzige Tunnel der Strecke ist der Kamenzer Stadttunnel mit einer Länge von 116,7 Metern

Umfangreiche Arbeiten waren beim Bau des 105,5 Meter langen Viadukts in Bischheim-Gersdorf, am Bahnhof Kamenz, bei der Roten Mühle in Lückersdorf und besonders am Tunnel in Kamenz notwendig.

Landkarte:

Kamenz/Sachsen - Arnsdorf/Dresden (- Dürrröhrsdorf - Pirna)

Ausschnitt aus Kursbuchkarte von 1958

Hinweis:

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