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Tunnelportale


Bilder der Strecke: 6966 (KBS 513 / KBS 309)

1 Tunnel (17 Meter)Einsiedlerfelsen 

[Dresden -] Freital-Hainsberg/Sachsen - Kurort Kipsdorf (Weißeritztalbahn, Spurweite 750 mm)

Einsiedlerfelsen-Tunnel  [DW]  (SN)

Nordportal des Einsiedlerfelsen-Tunnels (Fotograf: Unbekannt)

Länge:
17 Meter

Streckenteil:
Freital-Hainsberg/Sachsen - Kurort Kipsdorf

Lfd-Nr, Direktion:
1071, Dre-037

Seite/Quadrant:
69 A Nicht eingezeichnet
71 D1 Nicht eingezeichnet

bei km:
3,1

Südportal des Einsiedlerfelsen-Tunnels (Fotograf: Unbekannt)
Nordportal, vom Haltepunkt Coßmannsdorf (vor 1905)
Aus dem Programm der Festwoche vom 27.8. bis 4.9.1983,
"100 Jahre Schmalspurbahn Freital-Hainsberg - Kurort
Abgetragen von Mai
bis August 1905
Südportal, vom Bahnhof Rabenau (vor 1905)
Wurde einem Eisenbahn-Jahrbuch der DDR von 1983
entnommen. Herausgegeber Dipl.-Ing. Hans-Christoph Thiel,
Kipsdorf", herausgegeben vom Festkomitee beim Bahnhof Freital-Hainsberg. 100 Jahre Eisenbahnbetrieb im Tal der Roten Weißeritz
 
Durch den "Einsiedler", der Sage nach ein felsiger Wohnplatz eines Eremiten, verlief bis August 1905 ein von 1881 bis 1882 gebauter 17 Meter langer Tunnel. Dieser wurde gesprengt und von Mai bis August 1905 von dem Deubener Bauunternehmen Emil Partzsch abgetragen, um den Rollbockfahrzeugen mit den aufgesetzten normalspurigen Güterwagen die Streckenbenutzung zu ermöglichen.
 
Die Strecke durch den Rabenauer Grund wurde vom Hochwasser der Weißeritz stark zerstört, so sah es im Juni 2006 noch aus.

Geschichte:

Strecke Freital-Hainsberg - Kipsdorf (750 mm)

Nordportal des Einsiedlerfelsen-Tunnels, aus einer Postkarte (Fotograf: Unbekannt)  
Die Eisenbahnstrecke beginnt im Bahnhof Freital-Hainsberg an der Strecke von Dresden nach Zwickau und führt in südlicher Richtung ins Erzgebirge.
Sie verbindet außerdem die beiden Kreisstädte Freital und Dippoldiswalde.
Schon 1872 wurde der Bau einer Eisenbahn von Freiberg über Dippoldiswalde nach Pirna geprüft. Die Geländeschwierigkeiten um Dippoldiswalde ließen den Bau einer Schmalspurbahn durch das enge Tal der Roten Weißeritz als geraten erscheinen. Diese Strecke sollte auch Industriezweige anregen, für die Nutzung der Wasserkräfte Betriebe anzusiedeln und sich der Bahn zu bedienen. Nach dem 1. Spatenstich am 16. Juli 1881 im Rabenauer Grund wurde am 1. November 1882 die Bahn als 2. sächsische Schmalspurbahn zunächst bis Schmiedeberg eröffnet; das Reststück bis Kipsdorf ging am 3. September 1883 in Betrieb.
Der Plan, eine Strecke in Schmiedeberg für die Weiterführung über Bärenfels nach Moldau abzuzweigen, wurde nicht verwirklicht, doch war 1910 der Bau der Industriebahn von Schmiedeberg nach Bärenfels im Gange.
Durch den Bau eines 3 km langen Verbindungsgleises von Hainsberg nach Freital-Potschappel im Jahre 1913 wurde der Übergang von Lokomotiven und Wagen zwischen dieser Strecke und dem Wilsdruffer Netz ermöglicht.
Mit der Schmalspurbahn wurde Kipsdorf schlagartig Erholungsort. Zahlreiche Villen und Landhäuser entstanden in Kipsdorf wie auch in Bärenfels und Oberbärenburg. Neu entstand Tal-Kipsdorf. Die Bahn hat auch hier die Verbreitung des Wintersports erheblich gefördert. Der Ausflugsverkehr orientiert sich auf drei Gebiete: Rabenauer Grund, Malter-Talsperre und oberes Erzgebirge. Zahlreiche Industriebetriebe mit einem hohen Transportbedarf gaben der Bahn ihre Berechtigung. Die größten Nutzer im Güterverkehr waren eine Möbelfabrik in Rabenau, mehrere Betriebe in Dippoldiswalde und vor allem eine Eisengießerei in Schmiedeberg, die die größte Tempergießerei der DDR gewesen ist.
Mehrmals wurden Äußerungen laut, die Teilstrecke von Schmiedeberg nach Kurort Kipsdorf zugunsten des Ausbaus der Transitstraße nach Zinnwald und Prag stillzulegen.
Von Freital bis Kipsdorf, das 533,48 Meter über NN liegt, überwindet die Bahn einen Höhenunterschied von 351 Meter. Die 26,3 km lange Strecke befindet sich zu 93 Prozent in der Neigung. Die größte Neigung beträgt 1 : 33, der kleinste Krümmungshalbmesser auf freier Strecke beträgt 50 Meter. 32 Prozent der Strecke liegen in der Krümmung. Die Strecke überquert 40 Brücken.
Der einzige 17 Meter lange Tunnel, der 4,00 Meter hoch und 3,84 Meter breit gewesen ist, befand sich im Kilometer 3,1 zwischen zwei Weißeritzbrücken im Rabenauer Grund, der für den aufzunehmenden Rollbockverkehr vom 28. Mai 1905 bis 15. August 1905 aufgeschlitzt werden musste.
Einige Anlagen des Bahnhofs Rabenau mussten aus Platzmangel und teilweise freitragend mit Stützmauern über die Weißeritz errichtet werden. 1903/04 wurde ein neuer Bahnhof Hainsberg gebaut, das hatte eine Streckenverlängerung von 630 Meter zur Folge. Durch Eingemeindung heißt der Bahnhof seit 1964 Freital-Hainsberg und der Haltepunkt Hainsberg (Sachs.) Süd wurde in Freital-Coßmannsdorf umbenannt.
Zu einer kurzen Betriebsunterbrechung führte die Hochwasserkatastrophe am 31. Juli 1897, die durch eine meterhohe Flutwelle zahlreiche Eisenbahnbrücken im Rabenauer Grund zerstört hatte. Durch den Stau der der Roten Weißeritz in der Malter-Talsperre machte sich 1912 bis 1914 eine Erhöhung der Strecke um 35 Meter sowie der Neubau des Bahnhofs Malter notwendig. 1932 bis 1935 wurde der Bahnhof Kipsdorf erweitert. Er erhielt unter anderem ein hochgebautes Stellwerk und ein repräsentatives EG, die Gepäckwagen können bis in das Bahnhofsgebäude gefahren werden, so dass ein bequemer Transport des Urlaubsgepäcks mit dem Aufzug zu den höhergelegenen Abfertigungsräumen möglich ist.
Diese Strecke hat sämtliche Lokbaureihen Sachsens der 750 mm Spur gesehen. Die Baulokomotive Nummer 5 von Hagans war die erste Lokomotive. Mit der I K wurden auch die englischen Lokomotiven der Gattung II K (alt) eingesetzt. Gegenwärtig sind hier die Baureihen 99.73-76 und 99.77-79 im Einsatz. Lokschuppen stehen am Anfang und Ende der Strecke. Zu den üblichen Wagen Sachsens wurde einst den Personenzügen dreimal täglich ein Wagen der Post beigestellt, der von Postbeamten begleitet wurde. Der Güterverkehr konnte ab 1906 im wesentlichen auf Rollböcken, später auf Rollwagen abgewickelt werden.
Durch die Hochwasserkatastrophe im August 2002 wurden größere Streckenabschnitte schwer beschädigt und unbenutzbar. Ab und zu erfolgte ein Inselbetrieb zwischen Seifertsdorf und Schmiedeberg.
Text: Karlheinz Dörner

Landkarte:

[Dresden -] Freital-Hainsberg/Sachsen - Kurort Kipsdorf (Weißeritztalbahn, Spurweite 750 mm)

Ausschnitt aus Kursbuchkarte von 1958

Hinweis:

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